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AK Bildung

Bildungspolitik als zentrales Politikfeld der FDP


Fokus des Arbeitskreises ist Bildungspolitik für Nürnberg. Was sich in Bayern und im Bund tut, ist ebenfalls im Visier unserer Arbeit.

Unsere Thematik reicht von der frühkindlichen Förderung über das allgemeinbildende Schulwesen, die berufliche Aus- und Weiterbildung bis zur Hochschulpolitik.

Wir treffen uns in der Regel einmal monatlich in der FDP-Geschäftsstelle Hallplatz in Nürnberg. Dazu laden wir uns immer wieder einmal externe Gesprächspartner ein, in den letzten 12 Monaten waren dies Vertreter aus den Bereichen Kindertagesstätten, Volksschulen, Realschulen, Gymnasien. Ergänzend besuchen wir Bildungseinrichtungen in Mittelfranken.

Wir analysieren gemeinsam aktuelle bildungspolitische Entwicklungen, erarbeiten dazu Positionen für  den Stadtrat, den Landesfachausschuss Bildung und Schule und dessen Unterausschuss Hochschule.

Wir arbeiten nicht nur im stillen Kämmerchen, sondern bereiten öffentliche Veranstaltungen vor. Wir nehmen einmal jährlich in Pressegesprächen Stellung zu kommunalen Bildungsthemen, geben Pressemitteilungen zu Einzelthemen heraus, sind mit Beiträgen in Nürnberg Liberal vertreten und repräsentieren die FDP bei Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen anderer Institutionen.

Wir laden alle an der Bildungspolitik Interessierten herzlich zur Mitarbeit ein und freuen uns über Ihre Anregungen und Beiträge.


Kontakt:


Frau Dr.  Anette Rotermund-Fritsche 

Rotermund-Fritsche@fdp-nuernberg.de

 

 

Jahrespressekonferenz Bildung des Kreisverbandes Nürnberg der FDP
5.2.2009

Verbesserte Rahmenbedingungen für Bildung in Nürnberg nutzen - Herausforderungen annehmen

 

Das Jahr 2009 bietet für die Bildung in Nürnberg wesentlich günstigere Rahmenbedingungen als bisher, die es offensiv für Schüler, Lehrer und Eltern zu nutzen gilt. Insbesondere sehen wir in der Koalitionsvereinbarung von CSU und FDP gute Chancen für den Ausbau der frühkindlichen Bildung, für die Errichtung von Ganztagsschulen und für flexiblere Übergänge zu weiterführenden Schulen (Stichwort "Gelenkklassen") - gerade auch in finanzieller Hinsicht. Weiter Schwerpunkte der Pressekonferenz sind Konjunkturpaket II und Förderung der Integration im Bildungssystem.

 

Unsere Positionen und Forderungen in Einzelnen:

Koalitionsvertrag

Die Staatsregierung spricht am 11.Februar auf einem "Großen Bildungsgipfel" mit den Kommunen über die Umsetzung des Koalitionsvertrages. Die FDP Nürnberg erwartet eine klare Aufgabenverteilung und Übernahme finanzieller Verantwortung von Kommune und Staat vor allem bei den Themen

 

Ausbau der frühkindlichen Bildung

Wir sehen in der frühkindlichen Bildung den entscheidenden Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit von Gesellschaft und Wirtschaft.
Deshalb fordern wir:


  • ein bedarfsdeckendes Angebot an Krippenplätzen bereits ab 2011 mit einer deutlichen Erhöhung des Staatsanteils für Personal, Betriebs- und Investitionskosten
  • von der Kommune eine Erhöhung des Tagespflegeentgelts auf 4,20 / h entsprechend der Begründung im Kinderförderungsgesetz ohne Mehrbelastung der Eltern
  • kurzfristig ein verbindliches für die Eltern kostenfreies letztes Kindergartenjahr mit Sicherung der Finanzausstattung durch den Freistaat
  • langfristig kostenfreie Kindergärten als Bildungseinrichtungen verbindliche Sprachstandserhebungen spätesten 2 Jahre vor der Einschulung und anschließend wirksame Förderkonzepte für alle Kinder mit Förderbedarf
  • pädagogische Verzahnung von Kindergarten und Grundschule
  • Verbesserung des Betreuungsschlüssels, bessere Aus- und Fortbildung der Erzieher/innen, deutlich Erhöhung der Ausbildungskapazitäten

 

Ausdehnung der gebundenen Ganztagsschulen (vorrangig)


Wir brauchen vorrangig gebundene Ganztagsschulen als entscheidende Voraussetzung für individuelle Förderung unterschiedlicher Begabungen und Bildungsbiographien.

Deshalb fordern wir:


  • ein Ausbaukonzept für ein flächendeckendes und bedarfsorientiertes Angebot an allen staatlichen und kommunalen Schulen bis zum Ende der Legislaturperiode mit finanzieller Absicherung durch Freistaat und Kommunen
  • zugleich Senkung der Klassenhöchstzahlen bis zum Ende der Legislaturperiode über die bisherigen Grenzwerte (25 für Volksschulen, 30 für übrige Schulen) hinaus

 

Umstellung der Finanzierung der Offenen Ganztagsbetreuung

 


Flexiblere Übergänge Grundschule/weiterführende Schulen (Gelenkklassen)

Wir brauchen ein pädagogisch schlüssiges Konzept der so genannten "Gelenkklassen" an allen Schularten, um den Druck aus dem Bildungssystem zu nehmen und individuellere Schullaufbahn-Empfehlungen geben zu können.
Deshalb fordern wir:

 

  • Entwicklung einer 2-jährigen Übergangsphase konzeptionell und organisatorisch
  • vorbereitende gemeinsame Fortbildung von Lehrern an Grundschulen und weiterführenden Schulen
  • enge Zusammenarbeit von abgebenden und aufnehmenden Schulen mit den Eltern und eine Begleitung des Übergangsprozesses durch Beratung der Eltern und Schüler
  • transparente Kriterien zur Übertrittsentscheidung für Lehrer, Eltern und Schüler

 


Kooperation Hauptschule und Realschule

Die Kooperation ist sinnvoll, um Standorte zu halten, Synergien zu nutzen sowie Durchlässigkeit und Bildungschancen zu verbessern.
Deshalb fordern wir:

 

  • Kooperationsmodelle auch in Randgebieten der Großstädte,bei Wahrung der Eigenständigkeit von Haupt- und Realschulen Räume, Ausstattung und Kompetenzen der Lehrkräfte unvoreingenommen gemeinsam zu nutzen
  • Wahlfachangebote für Schüler beider Schularten
  • Chancen der besseren Durchlässigkeit zwischen den Schularten aufzugreifen

 

 

Konjunkturpaket II

Investitionen in Grips statt Gips

Die Mittel aus dem Konjunkturpaket II sollen vorrangig in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen investiert werden, d.h. in Bildungschancen, Teilhabe von Kindern mit Handicaps und Erholungsmöglichkeiten.
Deshalb fordern wir:

 

  • Kindertagesstättenbau mit Stadt Nürnberg als Bauträger und ernsthafte Prüfung, welche privaten Träger schnell Projekte umsetzen können
  • Infrastruktur für Ganztagsschulen (Mensen, Gruppenräume)
  • Vorziehen des Baus der Grundschule St. Leonhard / Schweinau
  • Kinderspielplätze, es existiert eine Liste mit Bedarfen in denStadtteilen (z.B. hatten Die Bunten für Falkenheim eine Anfrage gestellt, das unterversorgt ist, aber erst auf Platz 23 der Liste steht)
  • Behindertengerechte Gestaltung von Bildungsstätten

 

Kinder mit Migrationshintergrund früher und zielgerichteter fördern

 

Trotz anerkennenswerter Bemühungen der Verwaltung, Schulen und sozialpädagogischen Betreuung in Nürnberg bleibt erheblicher Handlungsbedarf. Die Ergebnisse der Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung ebenso wie die Zahlen des letzten Integrationsberichts der Stadt sprechen eine deutliche Sprache. Die Abbrecherquote ist hoch, die Anteile der Schüler der gymnasialen Oberstufe und der jungen Menschen mit Hochschulreife niedrig, die Jugenderwerbslosenquote überdurchschnittlich. Das Problem kann sich in den kommenden Jahren deutlich verschärfen. Während der Anteil von Deutschen mit Migrationshintergrund und Ausländern an der Gesamtbevölkerung bei 31 % liegt, beträgt er bei Kindern im Alter bis 5 Jahren bereits 51 %!
Wir fordern deshalb in Übereinstimmung mit dem Ausländerbeirat und in Anlehnung an den Koalitionsvertrag:

 

  • verbindliche Sprachstandstests im 4. Lebensjahrdaran anschließend verbindliche, entwicklungsorientierte Sprachförderung, integriert in das Programm der Kindergärten
  • Fortführung der Sprachförderung in der Grundschule
  • niedrigere Betreuungsrelationen in Kindergärten in Bezirken mit hohem Migrantenanteil
  • Senkung der Klassenhöchstzahlen in Schulen mit hohem Migrantenanteil
  •  bessere Aus- und Fortbildung der Erzieher und Lehrer für Diagnose und Förderung (insbesondere Sprachförderung)
  • Einsatz von Sozialpädagogen an jeder dieser Kindergärten und Schulen
  • größere Anstrengungen Erzieher, Lehrer und Sozialpädagogen mit Migrationshintergrund zu gewinnen
  • Frühzeitige Einbindung der Eltern und Ausbau der Beratungsangebote
  • Jährliches Monitoring und Evaluation der Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen

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