Der davon rechnerisch ermittelte „Armutsbegriff“ wird durch diese Miteinbeziehung der Einkünfte der Großverdiener und des Geldadels nur künstlich nach oben gezogen, hat mit wirklicher Armut gar nichts zu tun und erzeugt nur künstlich soziale Spannungen. Da nützt es auch nichts, dass man diesen Begriff nur als „relative Armut“ abzuschwächen versucht. Er wird dadurch nicht richtiger, sondern bleibt auch in kaschierter Form grundfalsch.
Dieser falsche Maßstab hat zudem eine verheerende psychologische Nebenwirkung, weil sich
schon jene Menschen, die nach diesem falschen Maßstab angeblich bereits „armutsgefährdet“ seien, sich als unterbezahlt, ausgebeutet oder als Looser empfinden, was an ihrem Selbstwertgefühl nagt und unzufrieden macht, obwohl sie mit ihrem Einkommen eigentlich ganz gut zurechtkommen.
Der richtige Maßstab wäre daher der Warenkorb des Otto Normalverbrauchers, also der vom Statistischen Bundesamt ermittelte „Verbraucherpreisindex“(früher Warenkorb eines 4-Personen-Arbeitnehmerhaushaltes mit mittlerem Einkommen des alleinverdienenden Haushaltsvorstandes), der auch für Wertsicherungsklauseln bei langfristigen Verträgen als fairer Maßstab für eine notwendige Preisanpassung dient.
Dafür sollte sich die FDP stark machen, denn nur ein richtiger Armutsbegriff dient auch dem sozialen Frieden.
WL.

