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  • Die bösen Banken?

    (22.04.2011)

    Es ist „in“, auf die Banken einzuschlagen. Kaum ein Kabarettist, der nicht damit zu punkten sucht. Aber auch keiner der vielen sich kabarettistisch ergehenden Journalisten, der das so macht. Flapsige effekthaschende dumme Sprüche wie „Man weiß nicht, was verwerflicher ist,- eine Bank auszurauben oder eine Bank zu gründen“, prägen ihr Image.  

Natürlich waren es die Banken der USA, die bei ihrer falschen Sicherheitsbewertung hinsichtlich der Vergabe von Darlehen zum Hausbau gleich die erhoffte Wertsteigerung mit einbezogen hatten und böse auf die Nase fielen, als die erwarteten Wertsteigerungen wegblieben. Und es waren auch jene europäischen Banken, die beim Ankauf solcher Wertpapiere ihre eigenen Bewertungskriterien außer Acht ließen. In den Aufsichtsräten deutscher Banken saßen neben anderen hochrangige Politiker, die im Grunde vom Bankgeschäft keine Ahnung hatten und daher als „Aufsicht“ gar nicht die erforderliche Qualifikation mitbrachten.

Natürlich hätte man nach dem allgemeinen marktwirtschaftlichen Prinzip diese Banken Pleite gehen lassen können. Die Stützung der Banken zu Lasten der Steuerzahler geschah aber gerade im Interesse der vielen kleinen Bankkunden, die ansonsten mit in den Pleite-Sog gezogen worden wären.

„Und jetzt zocken sie schon wieder! Ackermann will wieder eine Rendite von 25%!“ So tönt es von allen Seiten. Doch was hat es mit den 25 Prozenten auf sich? Eine solche Zahl riecht ja wirklich nach sittenwidriger Gewinnmaximierung. Doch ist der Vorwurf wirklich berechtigt?

Das Eigenkapital der Banken beträgt im Gegensatz zu dem sonstiger Unternehmen der Wirtschaft nur 10%. Neunzig Prozent sind also Fremdkapital, nämlich Gelder ihrer Kunden. Das aber heißt: Die 25% auf das Eigenkapital machen also nur 2.5% des gesamten Kapitaleinsatzes aus – und eine solche betriebswirtschaftliche Gewinnerwartung liegt durchaus im üblichen Rahmen der übrigen Wirtschaft. Unternehmensberatungs- und Sterbeberatungs-Firmen z.B. arbeiten mit einem noch geringeren Eigenkapitaleinsatz und entsprechend noch höher ist die Eigenkapitalverzinsung. Der betriebswirtschaftliche Gewinn basiert eben auf der unternehmerischen Leistung des Betriebes und nicht auf dem Kapitaleinsatz. Der willkürlich herangezogene Vergleich mit dem Zinsertrag eines Sparbuches, der die Eigenkapitalverszinsung der Bank so unanständig hoch erscheinen lässt, liegt daher völlig neben der Sache, weist diese Kritiker als „betriebswirtschaftliche Ignoranten“ aus und diffamiert Ackermann zu Unrecht.

Man sollte also schon vorher genau hinschauen, bevor man Äpfel mit Birnen vergleicht und leichtfertig eine ganze Branche an den Pranger stellt.

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