Zunächst muss man sich die Frage stellen, welche Einwanderer wollen wir?
Wir wollen vorwiegend gut ausgebildete junge Leute zwischen 20-35 Jahren, die entweder schon Kinder haben oder bei uns eine Familie gründen wollen, und zwar vor allem in den Bereichen, in denen wir bereits einen Arbeitskräftemangel haben oder ihn demnächst erwarten. Das betrifft also sehr unterschiedliche Berufe und daher auch unterschiedliche Verdienstmöglichkeiten. Schon allein deshalb verbietet sich eine einheitlich starre hohe Einkommensbarriere für alle Berufsarten.
So haben wir z.B. schon jetzt einen Mangel sowohl an Landärzten als auch an Pflegekräften - siehe Vortrag und Diskussion mit dem Bundesgesundheitsminister Dr. Rösler im Südklinikum Nürnberg am 10.d.J. Für einen Landarzt sind 66.000 € p. a. keine Hürde, wohl aber für eine Altenpflegerin. Außerdem, wer sich im Ausland bereits so qualifiziert hat, dass er ohne weiteres bei uns einen Job mit mindestens 66.000 € garantiert bekommt, hat meist auch in seinem Heimatland einen vergleichsweise guten Job und sich etabliert. Warum sollte er für ein bisschen mehr zu uns kommen?
Die Einkommensgarantie als Voraussetzung für die Einwanderung muss also an die realistischen Verdienstmöglichkeiten von Berufsanfängern der jeweiligen Branche angepasst werden, und zwar auch zeitlich flexibel nach der mittelfristig voraussehbaren Arbeitsmarktlage und ihren Veränderungen.
W.W.

