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  • FDP Nürnberg zur Atomdebatte – Panik? Nein Danke!

    (07.04.2011) Zu einer offenen Diskussion zum derzeit alles beherrschenden Thema Atomenergie lud die FDP Nürnberg am Montagabend. Gäste waren der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Thomas Hacker, und IHK-Nürnberg Experte für Innovation und Umwelt, Dr. Robert Schmidt. Im Kern der Diskussion stand die Frage, ob die innenpolitischen Entscheidungen unter dem Eindruck der Atomunfälle in Fukushima als angemessen oder als übereilter Aktionismus zu bewerten sind. Dr. Schmidt äußerte als Experte für Energie, dass das Moratorium nach den Ereignissen in Japan politisch richtig war und die Forderung nach einem EU-weit einheitlichen Sicherheits-Stresstest für Kernkraftwerke sinnvoll ist.

Dr. Robert Schmidt, Dr. Christiane Alberternst, ThomasHacker MdL
Dr. Robert Schmidt, Dr. Christiane Alberternst, ThomasHacker MdL
„ Ich glaube nicht, dass wir in Deutschland und Bayern eine deutlich veränderte Sicherheitslage haben.“, so Schmidt. Auch Thomas Hacker betonte, dass nach dem Reaktorunglück, die Politik nicht einfach zur Tagesordnung übergehen konnte und eine Neubewertung möglicher Restrisiken vornehmen musste. Geschäftsbereichsleiter Schmidt konstatierte außerdem, dass eine sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke nur schwer zu realisieren sei. Er machte darauf aufmerksam, dass der benötigte Strom dann kurzfristig nur über Importe aus dem Ausland oder durch eine Steigerung der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen wie Braunkohle, Steinkohle und Erdgas – nur zu Lasten des Klimaschutzes - zu bewerkstelligen sei. Thomas Hacker fügte hinzu: „Wir müssen den Bürgerinnen und Bürgern auch bewusst machen, dass sie für den Umstieg auf regenerative Energien neben Eingriffen in der direkten Umgebung, wie etwa durch Windkraftanlagen, auch finanzielle Mehrbelastungen auf sie zukommen. Anders ist ein schnellstmöglicher Ausstieg nicht zu bewerkstelligen und zu finanzieren.“, so der Fraktionsvorsitzende der FDP im Bayerischen Landtag.
 In der anschließenden Diskussion mit FDP-Mitgliedern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern ging es vor allem um den Ausbau von modernen Stromleitungen und -netzen (Smart Grids) und Stromspeichern. Schmidt machte hier noch einmal deutlich, dass der Strom nicht einfach aus der Steckdose komme, sondern im nötigen Augenblick zur Verfügung stehen müsse. Das momentan bestehende Energienetz in Deutschland leite den Strom von zentralen Erzeugern in die Fläche, während moderne und regenerative Energien in der Fläche erzeugt würden, um dann in Zentren (z.B. Städte) geleitet zu werden. „Dafür ist unser heutiges Stromnetz nicht ausgelegt. Es fehlen dafür in Deutschland mehrere tausend Kilometer Stromleitungen. Hier müssen wir als erstes ansetzen, damit regenerative Energien besser genutzt werden können.“, sagte Schmidt abschließend nicht ohne den Hinweis, dass an vielen Stellen noch Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung bestünden. FDP-Fraktionsvorsitzende Hacker mahnte abschließend: „Wir müssen jetzt auf eine sachliche Ebene in der Debatte zurückkehren. Es hilft uns im Augenblick nicht, wenn wir einen übereilten Wettlauf im Umstieg zu regenerativen Energien wie Staatsminister Söder beginnen.“

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