FDP Nürnberg - Freiheitlich - Individuell - Tolerant - Löst Hamburg Bayerns Schulprobleme?

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  • Löst Hamburg Bayerns Schulprobleme?

    (22.07.2010) Ob das Ergebnis des Volksentscheids in Hamburg tatsächlich das gegliederte Schulsystem in Bayern bestätigt, ist fraglich! Die gutbürgerlichen Eltern dort wollten das Gymnasium in der bisherigen Form retten - ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse schwächerer Schüler! Im Übrigen gibt es dort neben dem Gymnasium auch weiterhin Stadtteilschulen, in die die bisherigen Haupt- und Realschulen aufgehen. Das Triumphgeheul von Kultusminister Spaenle ist daher verfrüht!
Es darf uns nicht beruhigen, wenn die bayerischen Schüler bei Leistungsvergleichen Spitze sind, aber Schüler mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Familien nach wie vor schlechtere Chancen als im Bundesdurchschnitt haben. Also kein Anlass, das bayerische Schulsystem über den grünen Klee zu loben! Nebenbei: die Ergebnisse in Sachsen sind nicht viel schlechter, obwohl es auch in den dortigen Sekundarschulen keine Trennung zwischen Haupt- und Realschulen gibt.

Mit Spaenle ist einig zu gehen, dass es in erster Linie auf die Unterrichtsqualität und die individuelle Förderung jedes Kindes nach seinen Bedürfnissen ankommt. Dazu müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Und da haben wir noch einen weiten Weg vor uns!

Sicher wurde gerade in der jetzigen Koalition manches in die Wege geleitet, um die Übergänge in weiterführende Schulen durchlässiger zu machen: z.B. die flexible Ausgestaltung der ersten beiden Jahre der Grundschule. Oder die Gelenkklasse 5. Jahrgangsstufe, ggf. Korrektur der Schulentscheidung, mit Beratung und Begleitung von der 3. Jahrgangsstufe an. Kleinere Klassen und mehr Lehrer kommen hinzu.

Aber an den Schnittstellen knirscht es: die Kooperationsbereitschaft der Lehrer unterschiedlicher Lehrämter ist begrenzt, die hartnäckige Fixierung der Lehreraus- und -fortbildung auf das gegliederte Schulsystem verhindert übergreifende Einsätze auf verschiedenen Schulebenen.

Warum wehrt sich Bayern nach wie vor mit Händen und Füssen gegen eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen - durchaus bei differenzierter Förderung, aber mit flexiblerem Einsatz der personellen und räumlichen Ressourcen?


Otto Dietrich Knapp


Leiter AK Bildung FDP Nürnberg
Stv. Vorsitzender LFA Bildung,
Schule und Sport

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