. Betrugen sie früher bei den DAX-Unternehmen etwa das Zwanzigfache der Arbeitnehmerlöhne eines Unternehmens, belaufen sie sich heute manchmal auf das Zweihundertfache.
Um dieser Ausuferung Einhalt zu gebieten, verpflichtete man die DAX-Unternehmen zur Veröffentlichung ihrer Vorstandsbezüge. Man versprach sich durch diese Transparenz, dass die Top-Manager nunmehr nicht mehr ganz so dreist unanständig in ihren unverhältnismäßigen Dotierungsforderungen sein würden. Doch der Schuss vor den Bug allzu großer Geldgier ging nach hinten los. Die Bloßstellung ihrer Raffke-Mentalität hatte keine Wirkung. Denn nu n verfolgt fast jeder dieser Herren mit Argusaugen und auch wegen ihrer Selbsteinschätzung , was die anderen verdienen und verlangt sofort höhere Bezüge, falls die seinigen unter dem Durchschnitt liegen, - auch wenn er schon jetzt die Millionen selbst bei aufwendigster Lebensführung gar nicht verbrauchen kann. Soziale Scham kennen diese vielfachen Einkommensmillionäre offenbar nicht. Derzeit hält man 2-5 Mio. Euro pro Jahr noch für „normal“. Und 800.000 bis 1 Mio. Euro würden m. E. vollauf genügen. Manager tragen im Gegensatz zu Unternehmern, die mit ihrem Privatvermögen haften, ja keinerlei Risiko.
Es bleibt zu hoffen, dass die Aufsichtsräte wenigstens keine noch höheren Forderungen akzeptieren und ein solches Ansinnen mit dem Hinweis abblocken = „Sie bekommen nicht zu wenig, sondern die anderen (U.S.A.) viel zu viel“. Es stehen genügend hochqualifizierte Manager, die auch nicht schlechter sind, in der zweiten Reihe mit angemessener Selbsteinschätzung.
Dr. Wolfgang Weyell

