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  • Schlechter Bankservice

    (18.09.2011) Das Hauptgeschäft der Banken besteht darin, die vielen kleinen und mittleren Guthaben auf den Konten ihrer Bankkunden so zu verzinsen, dass es sich für ihre Kunden lohnt – und dass sie dann diese Gelder für einen wesentlich höheren Zinssatz als Kredite wieder ausreichen. Die Differenz der beiden Zinssätze ist der Roh-Gewinn, von dem natürlich auch die Gesamtkosten der Bank bestritten werden müssen.

In den letzten Jahren sind die Banken zunehmend dazu übergegangen, ihre Betriebskosten durch immer weitergehende Automatisierung des Überweisungsverkehrs drastisch zu senken. Das gute alte Überweisungsformular ist bei ihnen nicht mehr gern gesehen. Denn bei diesem müssen die darauf vermerkten Daten erst wieder durch einen Bankmitarbeiter in die EDV-Anlage eingegeben werden. Das ist arbeitsintensiv und verursacht Kosten. Deshalb stehen in fast allen Bank-Filialen nun Geräte, mittels derer die Kunden ihre Überweisungen selbst eingeben können und sollen. Der Kunde wird also zum „unbezahlten Bankmitarbeiter“. Manche Banken (z.B. die Norisbank) gehen sogar so weit, dass sie nicht einmal bankeigene Überweisungsformulare zur Verfügung stellen. Jene Bankkunden, die ihre Überweisungen dennoch weiterhin per Überweisungsformular erledigen wollen, müssen dann auf Formulare anderer Banken zurückgreifen. Damit noch nicht genug. Diese Überweisungen werden nicht etwa dann gleich von den Bankangestellten der Filiale in die EDV übertragen, sondern per Post an die Zentrale gesandt. Es dauert dadurch z.T. schon einmal 10-12 Tage, bis der Empfänger die Zahlung auf seinem Kontoauszug hat. Da gerät man als Zahlungsschuldner durch den zeitraubenden Abwicklungsvorgang der eigenen Bank schnell einmal unverschuldet in Zahlungsverzug.
Zu beanstanden ist auch das Zinsgebaren. Auf dem normalen Giro-Konto werden die Guthaben überhaupt nicht mehr verzinst. Das wird damit gerechtfertigt, dass die Bank dafür keine Kontoführungsgebühr erhebt. Nicht hinzunehmen ist es jedoch, dass die Banken selbst bei sog. Tagesgeldeinlagen in Deutschland nur einen lächerlichen Zinssatz von derzeit 1-1.3% bezahlen. Obwohl allein die Inflationsrate z. Zt. 2.3% beträgt! Ein solches Geschäft ist schlicht unfair. Bei den von ihnen andererseits gewährten Krediten rechnen sie nämlich ganz selbstverständlich immer auch die Inflationsrate mit ein. Was ja auch sein muss, denn bei Fälligkeit werden ja nur Euros mit um die Inflationsrate niedrigerer Kaufkraft zurückgegeben. Eine Festgeldanlage mit einer Verzinsung unter der Inflationsrate ist also für den Anleger ein reines Draufzahlgeschäft, zumal er von den geringen Zinsen auch noch 25% Kapitalertragssteuer zu zahlen hat. 
Wieso funktioniert da eigentlich der Wettbewerb nicht? Banken gibt es doch genug, die miteinander konkurrieren. Vielleicht liegt das ja daran, dass dies kaum jemand anprangert.

Dr.Wolfgang Weyell

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