Die wegen der angespannten Haushaltslage drohende Kürzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten zusätzlichen Lehrerstellen konnte in den Haushaltsgesprächen der Koalition zwar abgewendet werden. Immerhin sind für 2011 1.553 und für 2012 1.000 zusätzliche Planstellen für Bayern ausgewiesen. Bayern beschäftigt so viele Lehrer wie nie zuvor. Dennoch stehen nun viele Lehramtsanwärter vor einer ungewissen Zukunft.
Die FDP in Nürnberg und Bayern fordert deshalb eine grundlegende Neuorientierung der Ausbildungs- und Einstellungspraxis. Die Landtagsfraktion hat dazu vor wenigen Tagen einen Aktionsplan mit u.a. folgenden Eckpunkten vorgelegt:
- Polyvalente Studiengänge sollten Berufschancen auch außerhalb des Lehrerberufs eröffnen.
- In allen Schularten sollten ausreichende Lehrerreserven und Vertretungspools aufgebaut werden.
- Das Direktbewerbungsverfahren in eigenverantwortlichen Schulen ist deutlich auszubauen mit größeren Ermessensspielräumen
Die FDP Nürnberg fordert darüber hinaus Maßnahmen für die vor der Ablehnung stehenden Lehrer. Ein Einstellungsbonus für die dringend benötigten Lehrer aus Zuwandererfamilien, Aushilfsverträge zur Überbrückung für qualifizierte Bewerber, Programme zum Übergang zu alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten, z. B. in Programmen zur Förderung von Jugendlichen mit Zuwanderungshintergrund und sozial benachteiligten Familien mit Bildungsdefiziten, können dazu gehören.
Der bildungspolitische Sprecher der FDP Nürnberg, Otto Dietrich Knapp und Stadträtin Christiane Alberternst begrüßen es ausdrücklich, dass die Stadt Nürnberg schon heute ihren Ermessensspielraum bei der Einstellung von Lehrern für ihre kommunalen Schulen nutzt und gemeinsam mit den Schulleitern nicht nur auf die Staatsnote schaut, sondern besonderes Gewicht auf pädagogische Eignung und Passgenauigkeit für das Schulprofil legt.

