FDP Nürnberg - Freiheitlich - Individuell - Tolerant - Die Dönerbude ist kein Zukunftsmodell

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  • Die Dönerbude ist kein Zukunftsmodell

    (23.01.2011) Zu viele Hauptschüler aus zugewanderten Familien verlieren den Wettlauf um einen Ausbildungsplatz. Ist für diese Jugendlichen der Schritt in die Selbstständigkeit eine Alternative? So fragte Sebastian Wermke, Leiter des Arbeitskreises Integration der FDP, in einer Podiumsdiskussion auf dem Südstadtfes.

In einer Konferenz in den Geschäftsräumen der FDP wurde nun der Gedanke noch einmal aufgegriffen und auf Praxistauglichkeit überprüft. ?Es gibt tatsächlich Hauptschüler, denen der Sprung in die Selbstständigkeit von der Schulbank weg gelingt?, sagte Rainer Aliochin, Geschäftsführer des Ausbildungsrings Ausländische Unternehmer (AAU). ?Aber es sind nur etwa ein Prozent.? Das seien meist spezielle Jugend-Gründungen wie beispielsweise eine Reparaturwerkstätte für Skateboards oder der Vertrieb besonderer T-Shirts.

Erfolgversprechender als die Eröffnung einer Dönerbude sei die Suche nach einer Nische, in der man seine eigene Arbeitskraft auf dem Markt der Dienstleistungen anbieten könne.

Für die überwiegende Zahl der Hauptschüler ohne Ausbildungsplatz sei eine Existenzgründung kein Ausweg. Um sich beruflich aussichtsreich selbstständig machen zu können, sei eine fundierte Ausbildung nötig. Darüber waren sich die Diskutanten einig. Sie sprachen zum Teil aus eigener Erfahrung ? als erfolgreiche Unternehmer mit Migrationshintergrund.

"Niemand darf in die Selbstständigkeit gedrängt werden", sagte Aliochin. "Und nicht jeder ist zum Unternehmer geboren", ergänzte Andreas Neuner, Bundestagskandidat der FDP. Wer aber das Zeug dazu habe, dem stünden trotzdem längst nicht, wie man annehmen möchte, alle Behördentüren offen. Das machte der russischstämmige Unternehmer Denis Siworon anhand seiner eigenen Geschichte deutlich.

Bülent Bayraktar stellt immer wieder fest, dass ausländisch klingende Namen nach wie vor Stolpersteine darstellen, wenn es darum geht, beruflich Fuß zu fassen. Der Gründer und Inhaber einer bundesweit agierenden Werbeagentur wünscht sich weitere Förderprogramme für Unternehmer, die Hauptschüler aufnehmen. Um einem Missbrauch vorzubeugen, solle es keine Zuwendungen geben, sondern beispielsweise ein Begleitungsmanagement, schlug Rainer Aliochin vor.

Sebastian Wermke will in dem von ihm initiierten Arbeitskreis gangbare Wege finden, um vermeintlich perspektivlosen Jugendlichen Orientierung zu geben. Es mangele zwar nicht an Angeboten zur Integration. Allerdings fehle die Kontinuität, kritisierte Aliochin. Und die Programme müssten besser koordiniert werden. Einen roten Faden in die Integrationsbemühungen zu bringen, sieht Wermke als eine wichtige Aufgabe der Politik. Auf seinem Aktionsplan stehen unter anderem Gespräche mit betroffenen Jugendlichen, ihren Eltern, Lehrern und Sportvereinen, die helfen sollen, den Schülern neue Sichtweisen auf ihre berufliche Zukunft zu eröffnen. Uschi Aßfalg

 

Quelle: NZ/HA/NPLUS/NPLUS2 - Do 10.09.2009 - NÜRNBERG

 

Im Rahmen des diesjährigen Nürnberger Südstadtfestes initiierte der FDP-Arbeitskreis Integration eine Podiumsdiskussion, in deren Verlauf sich mit den beruflichen Möglichkeiten zugewanderter Hauptschüler auseinander gesetzt wurde. Auf der Hauptbühne des Festgeländes diskutierte Arbeits-kreisleiter Sebastian Wermke mit ehemaligen Schülern, Unternehmern mit Migrationshintergrund, dem Geschäftsführer des Ausbildungsrings Ausländischer Unternehmer sowie einem Berufsberater der Agentur für Arbeit.

Bülent Bayraktar, Inhaber einer Werbeagentur und Handyshopbetreiber Denis Siworon berichteten über ihre Erfahrungen aus der Selbständigkeit, wovon insbesondere der ehemalige Hauptschüler Mourat Siakier profitierte. Derzeitig ist er Auszubildender in einer Konditorei, allerdings möchte er sich im Musikbusiness eine eigene Existenz aufbauen. So hat er bereits ein vom Jugendamt gefördertes Album aufgenommen. Dass Existenzgründer mit Migrationshintergrund nur in speziellen Nischen Fuß fassen können, dies ist nach Meinung der Unternehmer jedoch wohl eher ein Klischee.


In jedem Fall sei eine solide Ausbildung im ersten Schritt unabdingbar, meint Peter Haas, Berufsbera-ter in der Agentur für Arbeit. Trotzdem herrsche nicht selten Orientierungslosigkeit, gerade bei Haupt-schülern ausländischer Herkunft. Zwar helfe die Agentur wo sie nur kann, doch müsste Berufsintegra-tion eben auch bei Zugewanderten politisch mehr forciert werden.

Einen Lösungsansatz könnte da die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in Unternehmen mit nicht-deutschen Inhabern bieten. Dies fördert der Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer. ?Solche Projekte verdienen mehr Investition von Seiten des Staates und der Banken?, sagt Rainer Aliochin, unter dessen Leitung sich der in Nürnberg gegründete Unternehmerverbund befindet. In den Reihen der Zuschauer erhoben sich nun auch Wortmeldungen, die aber aufgrund der vorgegebenen Diskus-sionszeit nur in einem einzigen Fall berücksichtig werden konnten.

Sebastian Wermke schlug daraufhin vor, das Angesprochene bei einem weiteren Austausch, unter Einbeziehung des Publikums, zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.  


Sebastian Wermke

 

 

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