FDP Nürnberg - Freiheitlich - Individuell - Tolerant - Zur aktuellen Diskussion über Studiengebühren

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  • Zur aktuellen Diskussion über Studiengebühren

    Otto Dietrich Knapp Otto Dietrich Knapp

    (27.07.2011) Die aktuelle Diskussion– ausgelöst durch Seehofer und dann durch widerspruchsvolle Äußerungen aus der FDP – waren Anlass für mich, die wichtigsten Argumente pro Studiengebühren – eigentlich und korrekterweise Studienbeiträge - im Vergleich zu Kita-Gebühren zusammenzustellen. In ihrer heißen Phase habe ich sie als Vorsitzender des UA Hochschule der FDP Bayern auch dem Landesvorstand unterbreitet. Der Landesvorstand sieht das nach jüngsten Äußerungen offensichtlich ähnlich.

Aus meiner Sicht ist es absurd und in der Konsequenz grob unsozial, wenn monatliche Kindergartengebühren von rd. 200 € gezahlt werden müssen und zugleich die Opposition die Abschaffung der Studienbeiträge zu Lasten aller Steuerzahler fordert.
Ich halte es nach wie vor für zumutbar, dass angehende Akademiker einen Beitrag von 1 bis 2 % der Hochschulausgaben leisten, zumal sie später i.d.R. über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügen. Schließlich tragen sie damit zur Verbesserung der Qualität der Lehre bei. Hinzu kommt: dank der sozialen Abfederung in Bayern (ein Verdienst unseres Wissenschaftsministers!) müssen rd. 40 % der Studierenden keine Beiträge entrichten. Ferner ist mittels zinsgünstiger Kredite eine Verlagerung der Beitragszahlungen in die Berufsphase möglich - ein Einstieg in nachlaufende Studienbeiträge, die wir als Partei nach wie vor fordern!

 Entgegen einer weit verbreiteten Meinung hat nach einer Studie des Hochschulinformationssystems (HIS) die Erhebung oder Nichterhebung von Studienbeiträgen kaum Auswirkungen auf die Wahl des Hochschulortes. Vielmehr entscheiden die Qualität des Angebots und die Attraktivität der Hochschule. Die Aussage von Seehofer über die angeblich intransparente Verwendung der Studienbeiträge ist im Übrigen durch Studien - auch in Bayern - mehrfach widerlegt. Zudem bestimmen die Studierenden in paritätisch besetzten Hochschulkommissionen die Verwendung mit (übrigens auch ein Verdienst unseres Wissenschaftsministers!). Aber: bei einem Wegfall würde ein gutes Stück Hochschulautonomie aufgegeben und die finanzielle Abhängigkeit der Hochschulen vom Staat und seinem guten Willen zur ausreichenden Hochschulfinanzierung wachsen. 

Otto Dietrich Knapp

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